Stadtmuseum Oldenburg

Das Stadtmuseum Oldenburg, das im Jahre 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiern kann, geht auf Stiftung des vielseitig an Kunst und Geschichte Oldenburgs interessierten, vermögenden Kaufmannssohns Theodor Francksen (1875–1914) zurück. Es ist ein kulturgeschichtlich ausgerichtetes Museum mit lokal-regionaler Schwerpunktsetzung.

Entsprechend dem Bestreben Theodor Francksens »vergangenes Leben, Sinnen, Trachten, Handeln in dieser Stadt und ihres Einzugs­bereiches an­hand geeigneter Objekte, Dokumente und Kunstwerke zu veran­schau­lichen« ist im Laufe der Jahre nach Umfang, Materialität und Thematik ganz Unterschiedliches zusammen­gekommen – was sich zudem, seinem Entstehen nach, ganz verschie­denen Überle­gungen verdankt, künstlerisch-ästhetischen oder eher alltags­bezogenen.

Die Spannbreite des Museums­gutes reicht von druckgraphischen Blättern der Dürerzeit über japanische Farbholz­schnitte des 18./19. Jahrhun­derts und Francisco de Goyas Radier­werk in Erstauf­lage bis zu Beispielen regionaler Kunst der Gegenwart, von antiken Vasen und Terrakotten der vorchrist­lichen Zeit, die im Bildungs­programm des gehobenen Bürger­tums ebenso verankert waren, über dezidierte Oldenburgensien aus allen Epochen bis zu Gebrauchs­gegen­ständen der 1960er Jahre. Einschließ­lich der unterschied­lichen, in der Museums­bibliothek bewahrten Medien umfasst der Samm­lungs­bestand insgesamt rund 165.000 Objekte, die den Haupt-Sach­grup­pen Malerei, Grafik, Kunstgewerbe, Stadt­geschichte sowie Wirtschafts- und Sozial­geschichte zugeordnet sind. Wie in anderen Museen auch, kann hiervon selbst­verständ­lich nur ein geringer Teil in den ständigen Aus­stel­lungen präsentiert werden; das über­wiegende Sammlungs­gut wird in Maga­zinen und Depots wohl verwahrt.

Seit 2009 nimmt das Stadtmuseum Oldenburg als Kooperations­partner von MUSEALOG an dieser Weiter­bildungs­maßnahme für Wissen­schaftler/innen teil. In den vergangenen Kursen konnten so Teil-Bestände und Groß-Konvo­lute gewissen­haft gesichtet, verzeich­net, analysiert und EDV-gestützt für jeder­zeitigen Zugriff doku­mentiert werden. Im Einzelnen waren dies die Geschichts­sammlung des Heinrich Hogen­kamp (1938 – 2005) – Objekte und Doku­mente vom Reformations­zeitalter bis zum Wirtschafts­wunder der Nach­kriegs­zeit mit dem Schwer­punkt auf den olden­burgisch-nordwest­deutschen Raum –, die Nachlass­schenkung des Olden­burger Künst­lers Richard tom Dieck (1862 – 1943) – Lebens­doku­mente und über 4.000 Ölarbeiten, Aqua­relle und Zeich­nungen – sowie der Bestand der Fayencen innerhalb des im Laufe von 100 Jahren erwach­senen, umfänglichen Sammlungs­bestandes an kunst­hand­werklich-industriell gefertigten Keramiken.

Ihren Abschluss fanden diese Projekte – wie museumsseitig stets ange­strebt – in Sonder­ausstel­lungen und Begleit­publikationen, mit denen die Absol­vent(inn)en auf das Erreichte aufmerksam machen konnten: »Geschichte gesammelt – Die Sam­mlung Hogenkamp« (2010) sowie »Richard tom Dieck. Mehr als Land­schaft – oder: Ein Leben für die Kunst« (2012).

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