Jüdisches Museum | August-Gottschalk-Haus
Das Jüdische Museum | August-Gottschalk-Haus in Esens befindet sich im ehemaligen Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Esens. Namensgeber ist der Lehrer, Vorbeter und Schächter (ritueller Schlachter) der Gemeinde, der seit Erbauung des Hauses 1899 bis zu seinem Tod 1927 mit seiner Familie hier gelebt hat. Die Dauerausstellung über jüdisches Leben in Ostfriesland bis zur Auflösung der jüdischen Gemeinden bis 1940 wurde in den letzten Jahren komplett erneuert und zeigt drei inhaltliche Schwerpunkte: Alltag der Juden in Ostfriesland, religiöses Leben und die jüdischen Feiertage, Verfolgung und Vernichtung der ostfriesischen Juden. Im Museum kann die renovierte Mikwe, das original erhaltene rituelle Tauchbad der jüdischen Gemeinde in Esens, besichtigt werden.
PKW empfohlen | Entfernung Oldenburg: 82 km
Projektskizzen MUSEALOG 2026 | 2027
Während Ihrer Teilnahme an MUSEALOG arbeiten Sie an einem Projekt in einem der beteiligten Museen. Jedes Museum bietet eigene Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Das Projekt für den Kurs MUSEALOG 2026 | 2027 des jüdischen Museums August-Gottschalk-Haus ist folgendes:
Spuren eines Ortes – Recherchen zur Bau- und Nutzungsgeschichte der ehemaligen Synagoge Esens
Im Rahmen des Projekts sollen Recherchearbeiten zur Bau-, Nutzungs- und Nachnutzungsgeschichte der ehemaligen Synagoge in Esens durchgeführt werden. Die 1926 errichtete Synagoge wurde während der Pogromnacht im November 1938 zerstört; erhalten geblieben sind drei Mauerreste des ursprünglichen Gebäudes. Im Zuge der geplanten Teilrestaurierung und Ergänzung durch einen Neubau soll das historische Gebäude als Kulturort wiederbelebt werden. Die Recherchen sollen sich insbesondere der wechselvollen Geschichte des Gebäudes nach seiner Zerstörung widmen. So diente der Bau nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Notunterkunft und wurde später bis zum Rückkauf des Gebäudes durch die Stadt Esens im Jahr 2019 als Doppelgarage genutzt. Ziel des Projekts ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der Bau- und Nutzungsgeschichte sowie die Dokumentation der gewonnenen Erkenntnisse. Diese sollen als Bestandteil der zukünftigen Ausstellung in die Wiederherstellung des Gebäudes einfließen, den historischen Wandel des Ortes vermitteln und zugleich dazu beitragen, bislang unbekannte Aspekte seiner Geschichte sichtbar zu machen.