Jüdisches Museum | August-Gottschalk-Haus

Das Jüdische Museum | August-Gottschalk-Haus in Esens befindet sich im ehemaligen Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Esens. Namensgeber ist der Lehrer, Vorbeter und Schächter (ritueller Schlachter) der Gemeinde, der seit Erbauung des Hauses 1899 bis zu seinem Tod 1927 mit seiner Familie hier gelebt hat. Die Dauerausstellung über jüdisches Leben in Ostfriesland bis zur Auflösung der jüdischen Gemeinden bis 1940 wurde in den letzten Jahren komplett erneuert und zeigt drei inhaltliche Schwerpunkte: Alltag der Juden in Ostfriesland, religiöses Leben und die jüdischen Feiertage, Verfolgung und Vernichtung der ostfriesischen Juden. Im Museum kann die renovierte Mikwe, das original erhaltene rituelle Tauchbad der jüdischen Gemeinde in Esens, besichtigt werden.

August-Gottschalk-Haus

Burgstraße 8 | 26427 Esens

www.august-gottschalk-haus.de

PKW empfohlen | Entfernung Oldenburg: 82 km

Routenplaner

Projektskizzen MUSEALOG 2026 II

Während Ihrer Teilnahme an MUSEALOG arbeiten Sie an einem Projekt in einem der beteiligten Museen. Jedes Museum bietet eigene Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Das Projekt für den Kurs MUSEALOG 2026 II des jüdischen Museums August-Gottschalk-Haus ist folgendes:

Aufbau eines Foto- und Dokumentenarchivs

In der Sammlung des August-Gottschalk-Hauses befinden sich Fotos und Dokumente aus Nachlässen ehemaliger Esenser und deren Nachfahren in analoger wie auch in digitaler Form. In Vorbereitung auf die Restaurierung der ehemaligen Synagoge und auf die Überarbeitung der Dauerausstellung soll ein Foto- und Dokumentenarchiv entstehen, welches schließlich in digitaler Form auch für andere Museen, Gedenkstätten und Schulen zugänglich gemacht werden soll. Im Hinblick auf den Verlust vieler Zeugnisse jüdischen Lebens in Ostfriesland, speziell auch in Esens, soll dieses kleine Archiv einen Beitrag zur Bewahrung und Dokumentation leisten sowie Recherchemöglichkeiten, beispielsweise für Hausarbeiten oder Referate, bieten.

Neukonzeption einer Vitrine in der Dauerausstellung

Ein Teil der Dauerausstellung des August-Gottschalk-Hauses widmet sich der Judenverfolgung in der NS-Zeit. Lange Zeit stand dabei eine Vitrine im Mittelpunkt, in der das Geschirr einer jüdischen Familie gezeigt wurde. Diese hatte es einst zur sicheren Aufbewahrung ihren Nachbarn überlassen. Nach der Ermordung der Familie behielten die Nachbarn das Geschirr und spendeten es später der Synagoge in Bourtange. Über viele Jahre wurde es im August-Gottschalk-Haus als Leihgabe zusammen mit dieser bewegenden Geschichte ausgestellt. Vor einigen Jahren wurde das Geschirr an die Synagoge zurückgegeben. Seitdem ist dieser Ausstellungsbereich verwaist. Inzwischen stehen jedoch neue Objekte zur Verfügung, die andere, ebenso bedeutende Geschichten erzählen. Diese gilt es nun in die Dauerausstellung zu integrieren und so die Erinnerungskultur lebendig weiterzuführen.